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Starkes Ehrenamt, l(i)ebenswertes Bielefeld

Der Vereinssport hat mich in meinem Leben, vor allem als Kind und als Jugendliche so geprägt, dass ich bis heute unheimlich dankbar für diese Erfahrungen bin. Das wird mich auch in meiner politischen Arbeit prägen und darum werde ich mich dafür einsetzen, dass wir die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so gestalten, dass wir auch in Zukunft starke Sportvereine in Deutschland und in Bielefeld haben werden. Der Beitrag, den Sportvereine für unsere Gesellschaft leisten, können wir gar nicht genug wertschätzen. Beim Vereinssport findet Gesundheitsförderung und Prävention, Integration und Inklusion statt, oftmals ganz nebenbei. Hier lernen Kinder und Erwachsene Fair Play, Selbstbehauptung, was es heißt zu gewinnen, genauso wie den Umgang mit Niederlagen. Ich bin davon überzeugt, dass die traditionelle deutsche Vereinskultur ein Schatz ist, mit dem wir die sozialen Herausforderungen unserer Gesellschaft meistern können. Unsere Aufgabe wird es sein, diesen Schatz zu bewahren und den gesellschaftlichen Entwicklungen entsprechend weiterzuentwickeln.

Ich erlebe Bielefeld als eine liebenswerte und attraktive Großstadt. Gerade auch, weil sie ein so vielfältiges kulturelles Angebot auf hohem Niveau hat. Dazu gehört eine junge, kreative freie Kulturszene, in der viel ehrenamtlich und nebenberuflich geleistet wird. Das gilt es zu unterstützen! Dort wo Kunst zum Beruf gemacht wird, brauchen wir eine faire Entlohnung geistiger Arbeit und soziale Sicherheit, die mit der gewünschten Unabhängigkeit, Flexibilität in Einklang gebracht werden müssen.
Als Kind habe ich das Weihnachtsmärchen geliebt, während des Studiums bin ich dann häufiger ins Theater gegangen, unvergessen ist für mich die Inszenierung von „Harry und Sally“ im TaM. Über die Besuche im Theater sind mir – offen gestanden auch wesentlich eindrucksvoller als im Deutschunterricht – auch viele bedeutende klassische Werke deutscher Kultur überhaupt erst bekannt geworden. Viele davon stellen Fragen oder werfen Probleme auf, die heut nichts an Aktualität verloren haben. Andere – wie mein aktuelles Lieblingsstück „Terror“ stellen uns aktuelle politische Fragen. Das zusammen genommen ist so viel mehr als Unterhaltung, das ist für mich Bewahrung und Weiterentwicklung deutscher Kultur und Bildung. Ich möchte, dass wir diese sog. „Hochkultur“ allen Menschen zugänglich machen, auch denen, deren Familien bisher nicht in Theatersäale, Opernhäuser oder Konzerthallen gegangen sind.
Ein hervorragendes Beispiel genau dafür, war für mich, als sich im September 2015 die jungen Sinfoniker meldeten um Freikarten für Geflüchtete, die gerade nach Bielefeld gekommen waren, zu verteilen. Dies reiht sich ein in tausende weitere Beispiele ehrenamtliches Engagements, die wir in Bielefeld in den letzten Monaten angesichts der Geflüchteten, die zu uns nach Bielefeld gekommen sind, erleben durften. Mir hat das gezeigt, wie stark unsere Zivilgesellschaft ist und das Bielefeld ganz und gar eine bunte und weltoffene Stadt ist. Mein Dank gilt all denjenigen, die sich eingebracht haben und die damit unserem Bielefeld ein so freundliches Gesicht geben.